Ein neues Lied für Kaltenleutgeben

Übergabe des Datenträgers

„Ein enges Tal, von Hügeln sanft umschlungen…“

(Eine musikalische Liebeserklärung an Kaltenleutgeben)

 

Wer hätte gedacht, dass wir die allererste Beschreibung unseres schönen Ortes einem literarisch begabten, oberösterreichischen Jesuiten aus dem 18. Jhdt. verdanken?

Michael Denis(u.a. bekannt als Verfasser der Kirchenlieder „Tauet Himmel, den Gerechten“ und „Der Heiland ist erstanden“ sowie des Messtextes zur Haydn-Messe „Hier liegt vor Deiner Majestät“) war Lehrer am Theresianum in Wien und nach der Aufhebung des Jesuitenordens Kustos an der heutigen Österreichischen Nationalbibliothek. Er dürfte den Wienerwald sehr geschätzt haben, wie die anno 1797 verfassten lateinischen Verse über unser Kaltenleutgebener Tal beweisen.

Exakt 200 Jahre später, nämlich 1997, wurden die Verse von meinem Gatten Dr. Peter Nics, dem damaligen Archivar, übersetzt und von mir in Form einer Nachdichtung in der Ortschronik von 2017(*) festgehalten.

Gerhild Krutak ist es zu verdanken, dass unser Kaltenleutgeben nun ein neues Lied bekommen hat. Sie hatte bereits im Sommer 2024 die Idee, meine Nachdichtung der Denis-Verse dem bekannten Gospel-Song „You raise me up“ als Text zu unterlegen. Beides passte überraschend gut zusammen, Silbe für Silbe! Das war der Startschuss für unser gemeinsames Projekt „Ein neues Lied für Kaltenleutgeben“.

Da das Lied aber doch die Verbundenheit mit unserem Tal zum Ausdruck bringen sollte, musste die letzte Strophe durch ein Bekenntnis zu unserer Heimat Kaltenleutgeben ersetzt werden. Noch ein paar kleine Textanpassungen – und die erste Hürde war geschafft. Ring frei für die nächste Runde! 

Dr. Hannelore Nics


Ein Lied braucht Sänger!

Joanna Kreier, wohnhaft weiter östlich in unserem Tal, konnte als routinierte Sopranistin für das Projekt gewonnen werden. Das Lied wurde erst einmal im Tonstudioaufgenommen und später beim Neujahrskonzert im Jänner 2025 offiziell live präsentiert, mit Julia Meinx am Keyboard als Begleitung für die stimmgewaltige Joanna. Es gab mächtigen Applaus für die Darbietung und Blumen für unser Team von unserer Frau Bürgermeisterin!

Aber auch der nimmermüde Archivar unserer Gemeinde, Hans Steiner, hat unser Projektunterstützt.  Nach seinem erschütternden Bericht über die letzten Kriegstage in Kaltenleutgeben spielte er das Lied zum Abschied vor, ergänzt durch eine Fülle bunter Fotos von unserem Ort und seiner Umgebung im heutigen, zwar nicht wieder völlig hergestellten, aber doch sehr liebenswerten Zustand. Danke, Hans! Spätestens nach dem  obligaten „Glaserl“ an der Bar waren wir wieder positiv gestimmt.

Nun brauchten wir eine erstklassige Tonstudio-Aufnahme des Liedes, und wieder war es Joanna, die Bescheid wusste und uns ihre dramatische Stimme in einwandfreier Qualität auf Tonträger liefern konnte!

Im Juni 2025 war es dann endlich so weit: Das Ergebnisunserer vereinten Bemühungen konnte unserer Bürgermeisterin, die von Anfang an unseren Plan unterstützt hatte, auf USB-Stick zur öffentlichen Verwendung überreicht werden! Dies geschah beim Sommerfest im Emmelpark und Peter Gstettner spielte das Lied für uns im Anschluss in großartiger Qualität und Lautstärke ab. Möge es bei vielen  Festen in unserem Ort erklingen!

Unser Team bedankt sich auch bei Bernadette Decristoforo, die die schwierige Aufgabe meisterte, die Termine mit der Gemeindeleitung abzustimmen und unsere schönsten Momente mit der Kamera festzuhalten.

Gerhild Krutak, Idee und Projektleitung


LIEDTEXT

Ein enges Tal, von Hügeln sanft umschlungen - 
Weitspannen machtvoll Buchen ihr Geäst;
Es ist, als ob die Stille schwarzer Föhren
Sich gleichsam fast mit Händen greifen lässt.

So steht, gedankenvoll in sich versunken,
Der dunkle Wald in feierlicher Ruh‘-
Und selten nur erbebt des Waldes Boden
Vom forschen Tritt durch eines Wandrers Schuh

Vom hohen Hügel grüßt ins Tal die Kirche,
Ein frommes, steingewordenes Gebet,
Und ihr zu Füßen rauscht ein munt’res Bächlein
Ganz ohne Unterlass von früh bis spät.

In Dir, mein Tal, da fühl‘ ich mich geborgen,
Fühl mich behütet und gesteh‘ es ein:
Du bist die Heimat, die ich innig liebe.
Woanders könnt‘ ich niemals glücklich sein.

Text: Hannelore Nics (1997)
Melodie: You raise me up (Gospelsong)
Idee: Gerhild Krutak (2024)

Der Text, eine Nachdichtung aus dem Lateinischen, gilt als die älteste Beschreibung Kaltenleutgebens. Die lateinische Version selbst entstand 1797 und stammt aus der Feder des oberösterreichischen Dichterpriesters Michael Denis.


KALTENLEUTGEBEN - Liedtext mit Zusatz zum lateinischen Text.pdf herunterladen (0.13 MB)

Kaltenleutgeben Hymne (Last Cut).mp3 herunterladen (11.04 MB)